Die Rückkehr der Verbannten

Dramatis Personae:

Tonar, Jail: Kommandant des Außenpostens WR-T 52 und Freund von Ted Vesser.

Vesser, Ted: Captain eines Versorgungsschiffes und Freund von Jail Tonar.

Commander Vault, Befehlshaber einer geheimen Basis des FND auf Meturn

Krym: Ein Außerirdischer, der bei seinem Volk in Ungnade gefallen ist.


Kapitel I:

Träge bewegte sich der Raumfrachter auf den Außenposten WR-T 52 zu, um die Station wie immer routinemäßig, alle vier Monate, mit Ausrüstung, Ersatzteilen und allem sonstigen lebensnotwendigen zu versorgen. Der alternde Frachter war eine eher einfache Konstruktion. Vorne befand sich das halbrunde Brückenmodul mit den engen Unterkünften der kleinen Besatzung. Die Fracht, welche in Containern verschiedener Art und Größe im Bauch des Schiffs verstaut war, nahm die ganze mittlere Sektion ein. Abgeschlossen wurde das Schiff von den zwei klobig wirkenden gelb glühenden Triebwerken. Im gegen Satz zum Frachter, war die Raumstation ein modernerer Anblick von Technologie. Die Station hatte die Form eines Spielzeug Kreisels, der auf den Kopf stand. Über all auf der Station konnte man Sensormasten, Relais, Kommunikationsanlagen und vor allem die Geschützstellungen ausmachen, die dem Betrachter den wahren Zweck dieses Außenpostens verrieten.

Routinemäßig schwenkten einige der Geschütze auf das näher kommende Schiff ein. Nicht das ein kleiner ziviler Frachter eine Bedrohung für die Station wäre, es handelt sich schlicht dabei um reine Vorschrift. Immer mehr verlangsamte der Frachter seine Geschwindigkeit, bis er ganz zum stillstand kam. Nun begann er sich seitwärts unter die Station zuschieben, dann stoppte er abermals. Von Oben senkte sich eine automatische Druckschleuse zu dem Schiff hinunter. Das Schiff erbebte kurz, als ob es sich gegen den Kontakt streuen würde.

Im Inneren der Station stand ein junger Leutnant vor der Schleuse und warte auf den Druckausgleich, um das Schiff zu betreten. Müde betrachtet er die Anzeigen, die schnell von rot auf grün wechselten. Ein leises Zischen war zu hören, dann glitt das Schott zur Seite. Vor dem Leutnant stand ein älterer Mann. Er trug einen abgewetzten braunen Mantel und schwarze abgenutzte Stiefel. Sein Haar war nur teilweise ergraut, im Gegensatz zu seinem Vollbart.

„Willkommen auf Außenposten WR-T 52. Mein Name ist Leutnant Berks. Ich werde Sie zum Stationskommandanten bringen. Folgen sie mir.“

Der Alte grummelte einige unverständliche Worte, griff unter seinem Mantel und zog eine ID-Karte hervor. Berg winkte darauf nur ab.

,,Ihre Codeübertragung war korrekt. Wenn nicht stünden Sie ja nicht jetzt hier.“

Wieder grummelte der Mann etwas, diesmal lauter, eine Verwünschung über einen Mangel an Respekt von jungen Offizieren und steckte die Karte wieder weg.

Berks ließ sich nichts anmerken und drehte sich auf dem Absatz herum. Sie gingen durch die Röhre der Schleuse hinein in die eigentliche Station und stiegen in einen Fahrstuhl der sie zur Kommandobrücke bringen würde. Nach einem kurzen Moment stiegen sie wieder aus. Berks führte den Mann in die Kommandobrücke der Station. Schwaches Licht und viele Bildschirme erhellten die Brücke. Auf der Brücke herrschte kaum Betrieb. Jeder ging seinen Pflichten nach. Keiner übermäßiger Lärm war zu hören. In der Mitte, auf einer leicht erhöhten Plattform saß der der Kommandant in seiner tiefblauen Uniform. Er beobachtete das Treiben seiner Untergebenen, lauschte den Berichten und erteilte gegeben falls neue Anweisungen. Berks und der Mann gingen zu ihm. Der Kommandant drehte sich halb um, als sie sich näherten. Erst sah er kurz Berks an, dann den Mann. Bei seinem Anblick grinste er. ,,Bist du immer noch nicht im Ruhe stand?,“ fragte er den Mann grinsend. Der grinste zurück. ,,Was denkst du denn? Als ob ich jemals aufhören würde ein Schiff zu fliegen. Und sei es noch so ein rostiger alter Kahn, Jail.“

Berks drehte sich auf seinem Absatz herum und ging davon. Der Kommandant, Colonel Jail Tonar, stand auf und schüttelte seinem Freund Captain Ted Vesser die Hand.

„Stimmt, anders kenn` ich dich ja nicht,“ meinte Tonar und klopfte seinem Freund kräftig auf die Schulter.

,,Aber ist es nicht eine Verschwendung dich nicht in der Flotte einzusetzen. Auch wenn du so langsam aber sicher in die Jahre kommst, solltest du doch immer noch ein passabler Sternjägerpilot sein. Oder wenigsten ein Ausbilder für eine jüngere Generation.“

„Passabel?“ Ted zeigte gespielte Empörung. „Ich könnte im Alleingang immer noch mit einem alten Jäger des Arlon Typs eine ganze Staffel erledigen.“

Tonar grinste seinen Freund an und wies mit der rechten Hand, ihm zu folgen. Sie gingen den Korridor zur Kommandobrücke entlang, stiegen in den Fahrstuhl und fuhren nur ein kurzes Stück nach unten. Als Ted ausstieg, fand er sich in einer geräumigen, aber spartanisch eingerichteten Suite wieder. Während Jail etwas in zwei Gläser einschenkte und sich in seinen Sessel hinter dem Schreibtisch fallen ließ, betrachtete Vesser die wenigen Kunststücke, die zwischen etlichen Auszeichnungen standen. Er schwieg und sagte erst wieder etwas, als sich sein Freund gegenüber setzte.

„Also, schön dich wieder zu sehen, Kumpel. Ich muss leider gleich zum wesentlichen kommen. Was hast du uns denn so mitgebracht?“

Vesser reichte ihm zwei Datapads.

„Nur das übliche, wie immer. Ausrüstung, Medizinkram, Ersatzteile und so weiter. Die drei Sternjäger,die das letzte mal fehlten sind auch dabei. Und was extra angefordert wurde, konnte ich dir auch organisieren“, meinte Ted zufrieden.

Er sah sich kurz sein Glas an und leerte es dann in einem Zug. Jail überflog die beiden Datapads. Er wusste das alles da ist, was der Außenposten bis zur nächsten Lieferung brauchen würde. Nur hatte er einmal die Angewohnheit, immer bei allem gründlich zu sein, auch selbst dann, wenn er sich auf einen guten Freund verlassen kann. Als er fertig war, drücke er einen der Schalter, die oben in der Schreibtischplatte eingearbeitet waren. Ein kleines Mikro schob sich nach oben neben dem Knopf. Es piepste kurz, dann sprach Jail, leicht nach vorn geneigt hinein.“Die Fracht ist wie immer vollständig und kann gelöscht werden.“ Ein gedämpftes „Zu Befehl, Sir“ war zu vernehmen, dann wurde die Verbindung gekappt und das Mikrofon verschwand wieder. Jail lehnte sich wieder zurück und nippte an seinem Getränk. „Schön, dann erzähl mir, was es so neues gibt.“

Sein Freund sah ihn mit deutlich gespieltem wehleidigen Ausdruck an. „Du weißt doch wie das als freischaffender Händler im Dienste des Militärs ist. Man muss nicht auf sein Chrono sehen, um zu wissen das die nächste Lieferung gerade ebenso im richtigen Moment eintrifft. Von der Bezahlung wollen wir mal nicht sprechen, darüber weißt du ja bescheid. “

„Was ist mit deiner Besatzung? Du hattest die letzten beiden Flüge hier her allein geflogen“, wollte sein Freund wissen.

„Ah, das Problem mit der Besatzung. Nun das hat sich endlich erledigt. Sogar auf Dauer.“ Er beugte sich ein wenig nach vorne und sprach mit verschwörerischem Ton, musste jedoch wieder grinsen, weshalb es seine Wirkung leider gleich wieder verlor. „Ich hab einen Droiden-Piloten kaufen können. Der meckert zwar viel und ist immer auf jede noch so kleine Vorschrift bedacht, dafür spare ich jede Menge vom hart verdienten Geld. Dank ihm weiß ich jetzt immer, wie nah ich auf den Meter genau fliegen muss.“

Jail sah seinen Freund ein Moment schweigend an, dann prustete er voller Lauter lachen los und verschüttete etwas von seinem Drink, bemerkte es aber nicht.

„Das große Flieger Ass und Held zig Einsätzen, lässt sich von einer rechthaberischen Maschine in die Schranken weisen. Nein, ich glaub`s nicht.“

Der nun gekränkte Ted wollte gerade zu einer Verteidigung ansetzen, als sich etwas auf dem Schreibtisch anfing zu blinken. Mit der linken Hand deute Jail trotzdem, still zu sein und drückte mit der anderen ein Knopf, worauf wieder das Mikro erschien.

,,Ja?“

„Sir, ein sehr großes Schiff ist gerade aufgetaucht und weigert sich zu identifizieren. Sie sollten es sich bitte ansehen“, erklang es aus dem Lautsprecher.

„Ich komme sofort,“ seufzte er und unterbrach die Verbindung. Er stand auf und eilte zum Fahrstuhl, dicht gefolgt von Ted. Sie stiegen ein und fuhren wieder nach oben zur Kommandozentrale. Beide eilten mit schnellen, großen Schritten den Weg zurück. Dort angekommen, war die vorher stille Brücke in hektischer Betriebsamkeit verfallen. Befehle wurde zu gerufen, Offiziere eilten umher und lasen die Daten auf den Bildschirmen ab. Der Kommandant setzte sich auf seinen Stuhl und es wurde mit einmal ruhiger. Ted stand still schweigend neben ihm. Ein Adjutant reichte ihm ein Datapad, auf das Jail nur ein kurzen Blick warf. Dann sah er sich das taktische Hologramm vor ihm an, dass das unbekannte Schiff zeigte. Es war mehr als nur sehr groß. Die Sensoren gaben eine Länge von über acht Kilometern, eine Breite und Höhe von zweieinhalb Kilometern an. Der Rumpf hatte eine weiß Farbe, der von einigen dunkel blauen Mustern oder Markierungen verziert wurde. Vorn am Bug konnte man sehr deutlich schwere Hauptbatterien ausmachen. Hinten am Heck, dort wo gut sichtbar der ovale Brückenturm zusehen war, befanden sich jedoch viel größere Geschütze, größer als das was der Außenposten aufbringen konnte. Langsam drehte sich das Schiff mit dem Bug auf die Raumstation zu.

,,Haben die endlich geantwortet?,“ wollte Jail wissen.

,,Nein, Sir,“ kam die Antwort vom Komoffizier.

„Das nicht identifiziertes Schiff lädt seine Waffensysteme auf,“ rief jemand.

Jails antrainierten Reflexe sprangen sofort an, schnell erteilte er die Befehle. „Schilde auf volle Leistung hochfahren. Alle Batterien Feuer frei nach eigenem ermessen.“ Sofort wurde es wieder lauter auf der Kommandobrücke und zugleich brach allgemeine hektische Aktivität aus. Die Aktivierung der Schilde wurde bestätigt, während sich die Geschützbatterien sich auf das Ziel ausrichteten. Das unbekannte Schiff drehte sich weiterhin schwerfällig und lud noch immer seine eigenen Waffensysteme auf, als der Außenposten das Feuer eröffnete. Die Geschütze schossen rötliche Laserstrahlen ab, die den Beschuss auf einen Punkt vorn am Bug konzentrierten. Die meisten prallten wirkungslos ab, nur die der schweren Hauptgeschütze zeigten Wirkung mit jedem Treffer. Jeder der Lasertreffer ließen die Schilde an der Stelle kurz hell aufleuchten, zeigten sonst aber keinen Erfolg. Auf der Brücke verfolgte Jail aufmerksam das Schauspiel. Die Sensoren meldeten eine langsame Schwächung der Schilde, aber keine Schäden an dem feindlichen Schiff.

,,Sämtliche Raketenwerfer synchronisieren und abfeuern. Mal sehen wie denen das schmeckt.“

Von der Station schoss mehrere Raketen auf ihr Ziel zu, durch drangen den Schild, der nur dazu gedacht war Laserbeschuss abzuwehren und explodierten in einer einzigen Feuerblume am Rumpf. Einige auf der Brücke jubelten, doch Jail und Ted blieben ruhig. In dem Moment als das Feuer verschwand, gefror Ted das Blut in den Adern. Das feindliche Schiff zeigte keinerlei Schäden erlitten zuhaben. Jail wusste ebenso wie all anderen, dass es keine weiteren Möglichkeiten gaben, mit diesem Gegner fertig zu werden. Die Situation hatte sich schlagartig von hoffnungslos in katastrophal geändert. Darum gab er neue Befehle.

„Sofort einen allgemeinen Hilferuf senden. Benachrichtigt das Flottenhauptquartier, wenn möglich und beginnt mit der Evakuierung. Neben ihm stand noch immer Ted und starrte ihn ungläubig an.

„Evakuieren? Die Rettungskapseln werden abgeschossen sobald sie erst mal draußen sind. Und die Shuttles können nur einen sehr kleinen Teil der Besatzung mitnehmen.“

„Ich weiß aber wir müssen es versuchen. Da draußen ist ein unbekanntes Schiff, dem wir nichts anhaben können. dass sofort, als es aus dem Hyperraum kam, seine Waffen lud. Darum glaube ich nicht das es etwas bringen würde, wenn wir uns ergeben würden. Die sind bestimmt nicht an Gefangene interessiert,“ meinte Jail.

Sein Freund sah sich nachdenklich um. Auch er wusste das die Situation hoffnungslos war. Irgend einen Ausweg, egal wie verzweifelt er war, musste es doch geben. Ted ging zu einer der Konsolen und studierte schnell die Anzeigen. „Ich habe da eine Idee. Aber uns bleibt nicht viel Zeit,“ sagte er schnell.

„Dann lass mal hören,“ forderte Tonar ihn auf.

„Na ja, ich kann deine Leute mit meinen Schiff mitnehmen, allerdings für nur einen sehr kurzen Flug.“

„Wie? Du hast nur Platz für maximal drei oder vier Personen im Cockpit,“ wollte er wissen.

„Richtig. Ich habe aber nicht daran gedacht, alle ins Cockpit zu quetschen. Außerdem müssen sich dann alle mit einem gewissen Robopiloten ägern. Es wäre möglich den Frachtraum unter Druck zusetzen und ihn mit Luft voll zu pumpen, in den ich die Lebenserhaltung neu konfiguriere. Nur reicht das für vielleicht eine halbe Stunde Flugzeit. Danach geht dann die Luft aus, weil das System nicht dafür ausgelegt ist.“

Einige der Brückenbesatzung blickten von ihren Stationen auf zu ihrem Kommandanten, der grübelnd vor seinem Stuhl stand.

„Kommunikation, haben wir schon eine Antwort auf unseren Hilferuf erhalten?,“ fragte dieser mit ruhiger Stimme.

„Nein, Sir. Wir können nicht einmal sagen, ob unsere Kommunikation gestört wird,“ kam die Meldung.

Ted drehte sich zu Jail um, der noch immer vor der Konsole stand.

„Also gut, gebt das Evakuierungssignal und dann alle zu dem Frachter. Stellt die Rettungskapseln so ein. Das sie kurz vor unserem Start, starten können. Ich will denen möglichst viele Ziele und nicht nur eins geben. Und die Geschütze sollen auf Automatik geschaltet werden.“

Worauf allgemeine Zuversicht ausbricht, irgendwie doch noch davon zukommen.

Es ertönte ein dumpfer lauter Warnton in der ganzen Station. Überall verließ man seinen Posten in aller Eile. Computer wurden zur Sicherheit gelöscht, auch wenn eine totale Zerstörung der Raumstation ganz offensichtlich war. Soldaten, Techniker und Piloten rannten durch die Gänge, runter zu der Andockschleuse, wo der Frachter auf seine ungewöhnliche Fracht wartete. Jail und Ted kamen gerade erst in dem Schiff an, als dieses von einer Explosion durch geschüttelt wurde. Jail eilte schnell ins Cockpit Schnell und warf einen Blick auf die Instrumente vor ihm. Keine Schäden am Frachtschiff, aber was seine Sensoren ihm anzeigten, ließ ihn das Eis in den Adern gefrieren. Das feindliche Schiff hatte seine Hauptwaffe erneut abgefeuert und dabei ein großes Stück oberhalb der Station, dort wo die Brücke und Jails Quartier waren, einfach weg geschossen. Nun drehte sich der Außenposten langsam, unkontrolliert im Raum.

Sein Freund war noch immer unten an der Schleuse und überwachte die Evakuierung.

„Das war Plasmabeschuss. Die haben einfach die obere Sektion weg gepustet. Wir müssen endlich hier weg,“ meldete er über Kom.

„Ich hab`s gesehen. Wie sieht es mit der Schleuse aus, können wir abhauen?“

,,Die Steuerung reagiert nicht mehr. Ich muss irgendwie manuell überbrücken, aber das wird schon klappen.“

Nervös wartete Ted in seinem dem Pilotensitz. Für einen scheinbar unendlich langen Moment war nichts zuhören. Er wollte schon zur Schleuse rennen, als er die Stimme seines Freundes wieder aus dem Kom hörte.

„Ja, wir sind so weit. Die meisten haben es geschafft, für den Rest können wir nichts mehr tun,“ meldete Ted schwer atmend und niedergeschlagen.

„Ich bin auf dem Weg zu dir.“

Jail bestätigte und startete die Triebwerke. Kurz darauf kam sein Freund ins Cockpit und setzte sich neben ihn in den Copilotensitz. Zeitgleich schossen die Rettungskapseln aus der Station ins All hinaus. Das riesige Schiff schoss sie einer nach der anderen ab. Einige Treffer musste auch der Frachter hinnehmen, aber die Schilde hielten dem Beschuss stand. Verzweifelt versuchte Ted Trümmern und dem Beschuss auszuweichen. Wieder feuerte das Schiff auf die kleine Raumstation, die darauf endgültig explodierte. Trümmer jagten dem fliehenden Schiff hinterher und schlugen wie ein starker Regenschauer auf Rumpf ein. Der Frachter wurde abermals durchgeschüttelt, dann sprang er in die Sicherheit des Hyperraums.

 

Kapitel II:

Neben Jail ließ sich Ted schwer atmend in den Copilotensessel fallen. Hinter ihnen stand Jails Robopilot im Standby Modus. Jail überprüfte die Instrumente vor ihm, während sein Freund einen sehr nieder geschlagenen Eindruck machte. Seine Uniform war zerknittert und am linken Ärmel eingerissen. Erst vor wenigen Minuten waren sie einem unbekannten Angreifer entkommen, wobei Ted Vessers Außenposten völlig zerstört wurde.

„Deinen Leuten müsste es in den Containern recht gut gehen. Alles ist abgedichtet. Nur wird der Sauerstoff nicht wirklich lange reichen. In etwa einer halben Stunde geht denen die Luft aus," sprach Jail seinen Freund an, der gar nicht darauf reagierte.

„Hey, komm schon. Du hast keine Schuld daran, was passiert ist. Fast alle haben es mehr oder weniger unbeschadet geschafft," meinte er.

Ted sah ihn müde an.

„Es ist nicht der Verlust der Leute. Auch nicht die Zerstörung des Außenpostens. Viel mehr mach ich mir Sorgen darüber, wer uns angegriffen hat," erwiderte er niedergeschlagen. „Einen solchen Feind könnte ich mir im Leben nicht vorstellen. Stell dir mal eine ganze Flotte von den Dingern an. Die Schilde und Waffen sind dem, was wir zu bieten haben weit überlegen."

„Tja, da kann sogar die hoch gelobte Erdverteidigung einpacken. Die Orbitalstationen wurden ein paar Minuten, wenn überhaupt bestehen können. Aber hast du überhaupt eine Ahnung wer die sind und warum gerade wir angegriffen wurden?," fragte Vesser ihn.

„Keiner der mir auf anhieb einfallen würde, könnte überhaupt so was großes bauen," meinte Jail dazu.

Er musste an die Erde denken. Ja sie war wirklich sehr gut verteidigt. Mit den vielen orbitalen Verteidigungsstationen, Satellieten und den Minenfeldern war die Erde der best verteidigte Planet im Territorium der Menschen. Aus dem Krieg mit den Jerast vor einem Jahrzehnt hatte man sehr gute Erfahrungen gewonnen.

„Und wohin fliegst du uns überhaupt?," fragte sein Freund.

„Nach Meturn, dem nächst gelegenen bewohnten Planeten. Wir sind in ungefähr zehn oder fünfzehn Minuten da," antwortete er ihm.

Nach wenigen Minuten kamen sie nahe Meturn wieder aus dem Hyperraum. Vor ihnen zeigte sich ein Planet der bis auf die Äquatorregion grünbraun war. Am Äquator entlang schien es nur endlose Wüste zu geben. Ted Vesser wollte gerade einen offen Kanal öffnen um Hilfe zu rufen, als er einige Kilometer entfernt die Silhoulette einer Fregatte erkannte, die direkt vor ihnen patroullierte. Tonar sah sie ebenfalls und schaltete auf einen militärischen Kanal um.

„Achtung unbekannte Fregatte. Hier spricht Captain Jail Tonar an Bord des Frachters. Wir benötigen dringend Hilfe," funkte Tonar das andere Schiff an.

„Indentifizieren Sie sich und nennen Sie die Art der Hilfe die sie benötigen," kam promt die Antwort.

„Wir sind der Versorgungsfrachter HJT 3356 und kommen gerade von einen Angriff auf einen Außenposten. Ein groß Teil der Besatzung ist in den Containern untergebracht, aber denen geht in wenigen Minuten die Luft aus," erklärte Tonar schnell.

„Frachter HJT 3356, Sie haben Landeerlaubnis bei den Ihnen gesendeten Koordinaten. Notfallteams sind unterwegs."

Der Frachter flog zum Landeplatz an der Fregatte vorbei hinunter in die Atmosspähre über einer mehr oder weniger großen Stadt hinweg und landete außerhalb dieser auf einem Landefeld für zivile Schiffe. Am Landeplatz warteten schon die angekündigten Notfallteams zusammen mit Technikern, um die Container schnellst möglich zu öffnen. Ted flog den Frachter in eine kurze Schleife, sodass das Schiff in der optimalen Position innerhalb der Markierungen am Boden landen konnte. Als Ted und Jail das Schiff verließen, war man bereits dabei die Besatzung aus den Frachtcontainern zuholen. Scheinbar hatten es alle unbeschadet überstanden. In dem Tumult kam auf Ted und Jail ein Mann mit dem Abzeichen eines Commanders zu. Er salutierte vor ihnen, doch der Gruß wurde nur von Tonar erwidert, während Vesser seine Hände hinter dem Rücken verschränkte.

Der Commander wante sich an Vesser: „Ich bin Commander Geradin. Sie sind der der Captain dieses Schiffes?." Es war eher eine Feststellung, als eine Frage.

„Der bin ich," antwortete Vesser ihm trotzdem.

„Und ich bin Jail Tonar, ehemals Kommandant des Außenpostens WR-T 52," stellte Tonar sich dem Commander vor.

„Gut, dann kommen Sie beide mit mir mit. Ich denke es gibt viel zu besprechen und das an einem anderen Ort als hier," meinte der Commander.

Sie gingen ohne ein weiteres Wort mit dem Commander zu einem wartenden Shuttel. Kaum eingestiegen hob es schnell ab. Das Shuttel flog fort von der Stadt und dem Raumhafen. Jail und sein Freund blickten durch die kleinen Fenster anch draußen. Unter ihnen raste die Landschaft hinweg. Nur wo sie hingebracht wurden wussten sie nicht. Der Commander, welcher sich nicht einmal vorstellte, sprach mit ihnen kein Wort. Auch trauten sich die Beiden nicht ihn oder den Piloten darauf anzusprechen, wo es denn hingehen würde.

Nach ungefähr einer halben Stunde verlangsamte das Shuttel sein Tempo, um dann in der Luft zu schweben. Aber nur kurz. Am Boden war nicht zu erkennen, außer einer immer größer werdenden Öffnung, in der das Shuttle hinabsetzte. Aus den Sichtfenstern konnte man in der Dunkelheit nichts erkennen. Graue Betonwände waren im schwachen Licht der Außenbeleuchtung des Shuttles zuerkennen. Der Abstieg war krüzer als erwartet. Gerade wollte Jail endlich nach dem Reiseziel fragen, als das Schiff kurz rumpelte.

„Wir sind da," sagte der Commander an seine Begeleiter gewand.

„So? Wo ist denn "da"," fragte Ted den Commander.

„In einer Basis des FND," kam eine etwas genervt klingende Antwort.

Tonar pfiff dazu beeindruckt. FND stand für Flottennachrichtendienst. Und wenn er sich richtig erinnert, dann ist diese Basis eine von hunderten oder mehr, die eigentlich nicht exestieren durften. Vor einigen Jahren ist man der Ansicht gewesen, dass kleine Basen für den Geheimdienst notwendig waren, um schneller reagieren und aggieren zu können. Angeblich hatte jede dieser Basen Platz für mindestens zweihundert Leute oder mehr. Doch die Regierung hatte dies strikt abgelehnt, jemals ein solches Projekt zu starten. Jetzt stand er in einer solchen Basis? Eine die gar nicht exestieren konnte?

Verbflüfft und vor sich hin grübelnd folgte er zusammen mit seinem Freund dem Commander durch die Basis. Jeder gang hatte die gleichen grauen Betonwände und das leicht gedämpfte Licht. Jede schwarze Tür, an der sie vorbei kamen glich der anderen, bis auf die Nummer daneben. Nur wenigen hatten Namensschilder oder Hinweise, die Auskunft darauf gaben was sich hinter der Tür verbarg. Schließlich stoppte der Commander vor einer großen Doppeltür. Der Raum dahinter war nicht so schlicht wie ma hätte erwarten können. Ganz hinten stand eine Computerkonsole, die die gesamte Wand einnahm. Davor war in der mitte des Raumes ein niedriger ovaler Tisch mit insgesamt acht bequemen Ledersesseln. Von der Decke darüber hing eine modische Lampe, die den Raum in ein warmes Licht tauchte. Wände und Teppich waren in einem passenden orangen Ton

gehalten. In den Schränken waren kunstvolle Dekorationen und Getränke, sowie Kleinigkeiten zur Stärkung. Alles in allem ein gewöhnlicher Besprechungsraum. Nur die wuchtige Konsole an der Wand passte nicht dazu. Auf einem der Sessel saß ein Leutnant des Geheimdienstes. Er hielt einen Drink in der rechten Hand, während er geduldig darauf wartete, dass die Ankömmlinge sich setzten. Der Commander nahm neben dem Leutnant platz. Vesser und Tonar setzten sich ihnen gegenüber.

„Ich bin Commander Vault. Diese Basis in der Sie sich befinden gehört wie gesagt dem FND. Sie exestiert offziell nicht und Sie dürfen beide darüber niemals ein Wort verlieren. Alles was hier in diesem Raum gesagt wird, unterliegt der strengsten Geheimhaltung," klärte sie Vault auf.

Dann stellte sich der Leutnant vor.

„Mein Name ist Donjon. Wir haben wichtige Fragen an Sie, bezüglich des Angriffes auf den Außenposten WR-T 52," sagte der Leutnant. „Also, was können Sie uns berichten?"

Tonar ergriff das Wort und begann zu berichten.

„Vor einigen Stunden ist mein Freund Captain Ted Vesser mit seiner Lieferung an Versorgungsmaterial für die Basis angekommen. Während ich mit ihm ein Gespräch in meinem Quartier führte, tauchte ein unbekanntes Schiff auf. Wir gingen beide auf die Brücke und sahen ein wirkloch riesiges Schiff. Die Bauart und Herkunft sind mir leider unbekannt."

Er hielt kurz inne und seufzte.

„Das Schiff reagierte nicht auf die Aufforderung sich zu indentifizieren. Es fuhr seine Schilde und Waffen hoch, weshalb ich das Feuer eröffnen ließ. Der Beschuss zeigte nicht die geringste Wirkung. Die Schilde hielten stand, ohne ein Anzeichen dafür, dass sie schwächer wurden. In dieser Lage blieb nichts anderes übrig, als zu evakuieren."

Dann schilderte er die Flucht und die Zerstörung der Basis.

„Captain Vesser, können Sie das bestätigen?," fragte der Leutnant ihn.

„Ja, das kann ich," antwortete dieser darauf.

„Und haben Sie noch etwas hinzuzufügen?"

„Das reicht Leutnant Donjon. Diese beiden haben genug durch gemacht und brauchen Ruhe," mischte sich der Commander ein.

„Aber Sir, das Protokoll verlangt das es..."

„Sie können gehen, Leutnant," fiel ihm sein Vorgestzter ins Wort.

Leutnant Donjon stand ohne ein weiteres Wort auf und verließ den Raum. Für einen Moment sagte niemand etwas.

„Hat denn wirklich keiner von ihnen eine Vermutung, woher die Angreifer kommen könnten?," fragte sie der Commander dann.

Tonar schüttelte den Kopf. Auch Vesser war ratlos.

„Spielt das denn überhaupt eine Rolle für uns?," fragte Ted den Commander.

„Nicht für sie unbedingt. Aber für den Geheimdienst und für das Militär. Kommen sie mit und ich zeige ihnen etwas, dass sie interessieren dürfte.

Sie stellten ihre Drinks ab und folgte wieder Vault durch die gänge zu einem unbekannten Ort. Diesmal aber liefen sie nur ein kurzes Stück weit, bis sie ankamen. Der Commander hielt vor einer massiven Panzertür inne.

„Ich muss sie noch einmal darauf hinweisen, dass alles streng geheim ist und nichts von allem offiziell exestiert. Wenn Sie wollen können wir noch umkehren."

Keiner von ihnen sagte auch nur ein Wort. Also öffnete der Commander mit einer Codekarte die schwere Tür. Die Drei gingen hindurch und fanden sich in der Kommandozentrale der Basis wieder.

„Willkommen in der FND-Basis auf Meturn. Ich werde ihnen jetzt das Projekt Saturn vorstellen. Wenn Sie mit bitte folgen würden."

Vault führte sich vorbei an verschiedenen Geräten, bis er erneut vor einer Tür stand. Er öffnete diese und sie gingen hindurch. Der Raum war genau so dunkel und hatte die selben grauen Wände wie überall in der Basis. Vor ihnen stand ein großer Holoprojektor, vor dem einige schlichte Stühle standen. Der Commander deutete ihnen sich zu setzten, dann schaltete er den Projektor ein. Ein lautetes dröhnen war von dem Gerät zuhören, als es sich einschaltete. Der Commander trat etwas zur Seite, damit seine beiden Begleiter einen Blick auf das Hologramm werfen konnten. Es zeigte nichts weiter besonderes. Nur die Galaxis in der sie sich befanden. Ein Einzelner gelber Punkt blinkte dort, wo sie sich gerade befanden.

„Und was soll daran so wichtig sein, dass Sie so sehr auf Geheim bedacht sind?," wollte Tonar von dem Commander wissen.

Dieser ging nicht direkt auf die Frage ein. Statt dessen begann er zu erklären.

 „Das ist die Galaxis in der wir und die Erde sich befinden," erklärte Vault ihnen.

Tonar blickte skeptisch seinen Freund an, der nur stirnruzelnd die Schultern zuckte. Vault fuhr weiter fort und drückte ein paar Tasten am Projektor. Die Galaxis wurde jetzt von mehreren Linien durch zogen. Einige in rot, die anderen in grün.

„Zur Zeit sind die Territorien der raumfahrenden Spezies, so aufgeteilt. Die Galaxis ist groß und wurde bisher noch nicht vollständig erforscht. Noch immer werden neue Planeten, sowie Völker und deren Geheimnisse entdeckt."

Wieder tippte Vault einen Befehl in das Gerät ein. Ein Teil der Darstellung wurde vergrößert, der selbst für galaktische Verhältnisse extrem weit entfernt war. Er zeigte einen von Eis überzogenen Planeten ohne Monde. Ted Vesser war schon viel herum gekommen, auch in Bereichen die offiziell als unerforscht galten. Doch dort war er nie gewesen. Nicht mal in der Nähe, wenn man es so sagen konnte. Neben dem Planten wurden einige Werte, wie Zusammensetzung der Atmosphäre und der Größe des Planeten dargestellt. Nur worauf wollte der Commander hinaus? Sollten sie einen weitgehenst unbekannten Planeten erforschen? War dort jemand in Not geraten.

Commander Vault sah beide für einen Augenblick forschend an. Dann fuhr er fort.

„Vor mehr als zwanzig Jahren wurde dieser Planet von einer Sonde entdeckt, die einem zivilen Forschungsunternehmen gehörte. Aufgabe der Sonde war, die Entdeckung unbekannter Planeten und neuer Sonnensysteme. Sonden dieser Bauart waren extrem langlebig, da sie einen entdeckten Planeten möglichst weitgehend erforschen sollte." 

Wärend er sprach veränderte sich das Hologramm. Es zeigte nun eine dieser Sonden, wie sie sich einem Planeten näherte und mit der Erforschung begann.

„Auf dem besagten Planeten gibt es nichts, was eine Kolonisierung oder eine genauere Erforschung rechtfertigen würde. Das ist die offizielle Version."

Tonar bekam so eine Art Ahnung wohin das führen würde.

„Und wie lautet die inoffizielle Version?," fragte er verägert, weil der Commander nicht zum entscheiden Punkt kommen wollte. Noch immer hatte er nicht gesagt, was er von ihm und seinen Freund wollte.

„Ich könnte ihnen noch viel mehr dazu sagen, dass sie interessieren würde. Aber das dauert zu lange," meinte Vault und seufzte.

„Es wurde etwas gefunden, mit dem keiner jemals gerechnet hätte."

Wieder veränderte sich das Hologramm. Jetzt zeigte es einige halbverfallene, von Schnee und Eis bedeckte Gebäude auf der Oberfläche der Planeten.

„Dieser Planet war schon lange vor seiner Entdeckung besiedelt. Untersuchungen der Sonde nach, sind die Gebäude mehr als fünftausend Jahre alt. Daher gehen wir davon aus, dass sie von einer höher entwickelten Rasse stammen. Eine die fortschrittlicher war, als alles was wir heute kennen."

„Schön und gut, aber was wollen sie von uns? Sollen wir etwas dort bergen?," fragte ihn Vesser.

„Sie sollen nichts bergen, sondern retten," antwortete Commander Vault ihm.

„Retten? Wen denn?," wollte Tonar wissen.

„Die Erde!"

 

Kapitel III:

 

Weit entfernt von Meturn, der Erde und dem terranischen Reich, umkreiste ein leichter Kreuzer der Sarmart-Klasse eine einsame leuchtend blauweiße Welt, die von zwei schwarzen kleinen Monden umkreist wurde. Vom Kreuzer setzte sich ein Landungsboot zur Oberfläche hinab. Das kleine Schiff schoss der Oberfläche so schnell entgegen, dass die Hitzeschilde bedrohlich aufglühten. Etwa einen Kilometer bevor es aufschlagen würde, zündeten die Bremsdüsen des Schiffs. Noch immer was es sehr schnell, aber es wurde deutlich langsamer. Schließlich verharte es weniger Meter vom Boden entfernt, für einige Sekunden in der Luft und landete dann auf den Landestützen. Eine Rampe wurde ausgefahren, von der ein Dutzend leichte Kampfroboter hinunter liefen. Sie hatten rot leuchtende Fotorezeptoren, waren fast menschenähnlich gebaut. Der Kopf war eine ovale Scheibe mit sechs Fotorezeptoren, die die Umgebung absuchten. In ihren drei fingrigen Händen hielten sie leichte Lasergewehre, bereit auf jede nur erdenkliche Bedrohung zu feuern. Die Roboter schwärmten vom Schiff aus und sicherten die Umgebung. Als jeder von ihnen seine Position erreichte, erschien ein dunkelgrau häutiger Alien, mit einem langem schmalen Gesicht, auf der Rampe des Landungsbootes. Er trug einen dunkelblauen Schutzanzug, vor der Kälte, mit einem schwarzen Umhang. Seine schwarzen Augen blickten in die scheinbar endlosweite weiße Landschaft hinaus. Dann schritt er mit stolzen Schritten die Rampe hinab. Das Holokom an seinem Gürtel piepste und er griff danach, um es zu aktivieren. Vor ihm er schien ein anderer Alien seiner Rasse in einer militärischen Uniform. Das Bild flackerte leicht, als es sich aufbaute.

„Erstatten Sie sofort Bericht, Krym," befahl der Alien in dem Hologramm.

„Es ist genau so wie es schon die Sensoren an Bord der Suvger anzeigten. Hier gibts es sie auch nicht mehr. In der alten Basis von ihnen sind keine Lebenszeichen festzustellen. Beim Anflug konnte ich die Ruinen sehr gut erkennen. Dort kann es nichts von Wert geben, dass sie zurück gelassen haben könnten. Ich denke ich kann wieder zum Schiff zurück," berichtete Krym seinem Vorgesetzten.

„Nein, ihr werdet solange dort unten bleiben, bis alles nötige in Erfahrung gebracht wurde. Vergesst nicht warum ein Gjinar wie ihr das tun muss und ich hier oben das Kommando habe."

Krym wandt sich innerlich bei der Bezeichnung Gjinar. Ein Gjinar war eine kleine Kreatur, die auf seinem Heimatplaneten weit verbreitet war, die sich immer versteckt und als ehrlos galt.

„Verstanden. Ich melde mich wieder, wenn es etwas neues gibt."

Das Hologramm verschwand und Krym war allein mit seinen Gedanken. Mit einer kurzen Geste befahl er seinen mechanischen Soldaten sich zu formieren und auf die nahe gelegenen Ruinen zu maschieren. Krym nahm in der Mitte zu seinem Schutz platz. Im Gleichschritt bewegten sie sich direkt auf das größte der verfallen Gebäude war. Ihre Erbauer hatten sie für die Ewigkeit gebaut, doch nun waren sie dem Verfall ausgesetzt. Wie alles was zu ihnen gehörte, vergeht und wurde vergessen. Während Krym auf das Gebäude zu lief, dachte er daran, was aus dem Vermächtnis seines Volkes geworden wäre, hätte es jenen Krieg tatsächlich verloren. Seine Rasse, die sich Jonoir nannten, zählten zu den zwei Mächten, die das Schicksal von Galaxien in den Händen hatten. Das war zehntausende Jahre her. Leider verlor Kryms Rasse den Kampf gegen die Choun, welche die Verlierer des zweihundert Jahre währenden Krieges verbannten. Nun kehrten sie langsam aus dem Exil zurück. Nach jahrtausenden in der Verbannung und etlichen Jahrzehnten der Vorbereitungen, konnte die Invasion endlich beginnen. Nur sollte Krym nicht viel von dem Ruhm bekommen. Er war ein Gjinar, somit unwürdigen Aufgaben ausgesetzt für die Maschinen, wie seine Bewacher, eingesetzt wurden. Als Gjinar gab es keine Aussicht, sich erneut zu beweisen. Man blieb für den Rest seines Lebens in dieser ehrlosen Stellung. Er schluckte seine Wut über sein eigenes versagen herrunter. Jetzt gab es wichtigeres, um das er sich kümmern musste, denn auch ein Gjinar konnte noch tiefer sinken. Mit langen Schritten und umringt von seinen mechanischen Begleitern schritt er durch die Überreste des Hauptgebäudes. Seiner Umgebung schenkte er keinerlei Aufmerksamkeit. Er wusste wohin er gehen musste und die Roboter in seiner Nähe würden ihn schützend begleiten. Nach kurzer Zeit fand Krym einen Weg hinunter in das Gebäude. Dort unten, tief in der Dunkelheit sollte er überprüfen, ob es nicht etwas von Wert gab, dass geborgen werden konnte.

„Schwärmt aus und durchsucht alles," befahl Krym den Robotern.

Zwei blieben bei ihm, während der Rest anfing Raum um Raum zu durchkämmen. Ein kleines Holo zeigte ihm, was die Maschinen sahen. Nichts von wert oder das überhaupt sich noch intakt befand konnte gefunden werden. Missmutig befahl Krym die Roboter wieder zurück. Sie sammelten sich bei ihm und folgten ihren Herrn auf dem Weg nach oben zum Shuttle. Krym stellte sich den Spott seines Vorgesetzten vor, wenn er ihm berichten muss. Rein zufällig blickte er nach links. Dort sah er eins der Gebäude in seinem Verfall. Er blieb stehen und musterte es genauer. Was einmal die Vorderseite gewesen ist, war längst eingefallen. Erstaunlich aber war das da ein intaktes und scheinbar unversehrtes Tor weiter im Inneren sich befand. Krym ging darauf zu. Als er davor stand, erkannte er warum das Tor keinen so scheinbar unversehrt war. Dieses Tor wurde aus einem selten dunkelbraunen Material gefertigt, sodass es fast schon schwarz wirkte. Man nanntes Quae. Das besondere daran, so erinnerte sich Krym, war das dieser Stahl für seine Langlebigkeit und Wiederstandskraft geschätzt wurde. Die Choun schützten einst damit die wichtigsten Dinge. Sie pflegten nicht nur den Eingang damit zu sichern, sondern verkleideten für gewöhnlich auch das ganze Gebäude von innen, weshalb es nichts bringen würde, statt das Tor zuzerstören, die Wände anzugreifen. Erfreut vielleicht doch noch etwas brauchbares gefunden zu haben, kontaktierte er den Kreuzer im Orbit.

„Meister, ich habe etwas von großer Wichtigkeit entdeckt. Vor mir gibt es ein mit einem Quaestahl geschützes Gebäude. Bitte schickt die nötige Ausrüstung runter, damit ich prüfen kann was sich darin befindet," berichtete Krym freudig.

„Ausgezeichnet. Es wird alles in wenigen Minuten dort unten sein," sagte der Captain des Schiffes.

Darauf erlosch das Hologramm wieder. Nach wenigen Minuten befand sich ein Pioniertrupp vor dem Tor und legte Sprengladungen. Krym wartete in sicherer Entfernung bei seinem Shuttle auf die ersehnte Explosion. Und sie kam auch. Die Explosion war stark genug, dass Krym es noch im Shuttle hören konnte. Gleich darauf meldete der Pioniertrupp die erfolgreiche Sprengung des Tores. Aufgeregt, aber dennoch äußerlich beherrscht, machte sich er wieder auf den Weg zurück zu den Ruinen. Das Metall knackte noch von der entstandenen Hitze der Sprengung. Tatsächlich war das Loch nicht unbedingt sehr groß, denn es hatte lediglich einen Durchmesser von sechs Metern, was relativ klein war im Vergleich zum zwanzig Meter breiten Tor. Doch für Krym und seine Robosoldaten, war dies mehr als ausreichend, um hindurch zu gehen. In dem Raum konnte man kaum etwas genaueres erkennen. Krym zog seine kleine Laserpistole aus dem Halfter und schaltete die dran befindliche Lampe ein. Seine Begleiter taten es ihm gleich und folgten ihrem Herrn. Was hier einmal gut geschützt von Quaestahl gelagert wurde, ist befand sich in einem leider schlechten Zustand. Scheinbar wurde einst hier wichtiges Kriegsgerät und Ausrüstungen verwahrt. Doch außer jeder Menge Schrott, war hier von nichts mehr übrig geblieben. Die Kisten und Container waren derart vom Zahn der Zeit verrottet und brüchig geworden, dass ihr Inhalt gut sichtbar war. Teilweise fiel es schon aus den Behältnisse herraus. Krym verließ schlagartig die Hoffnung. Hier gab es gar nichts von Wert, dass geborgen werden konnte. Ihm war klar, wie sein Meister oben im Orbit auf dem Kreuzer darauf reagieren würde. Er würde ihn mit noch mehr Spott und Hohn überhäufen. Ja sogar vielleicht noch unwürdigere Aufgaben für den Gjinar suchen. Krym wollte gerade die Suche abbrechen und auf dem Absatz kehrt machen, als ihm etwas ins Auge viel. Hinter einen großen Berg aus Kisten schien es einen relativ gut erhaltenen Conatainer zu geben. Er befahl die Roboter zu sich, um die Kisten weg zu räumen. Nach über einer halben Stunde hatten sie es endlich geschafft. Der Container hatte keine Beschriftung oder Makierungen.

 

Kapitel IV:

 

„Die Erde? War ja klar. Typisch Geheimdienst. Immer übertreibt ihr und behauptet es würde um alles oder nichts gehen."

Ted hatte genug von der Geheimniskrämerei des Commanders und seinen Zweideutigkeiten. Zu allem Überfluss musste Vault jetzt auch noch übertreiben. Auch sein Freund Jail mischte sich ein.

 

Fortsetzung folgt...

 

Die Rückkehr der Verbannten
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